„Spatzen-Camp, wir kommen wieder!“ hieß es im Jahr 2022, als die Kinder- und Jugendförderung der Stadt Babenhausen zum ersten Mal das seit 1950 existierende Kindercamp „SPATZEN“ der Partnerstadt Lichtentanne aus […]

„Spatzen-Camp, wir kommen wieder!“ hieß es im Jahr 2022, als die Kinder- und Jugendförderung der Stadt Babenhausen zum ersten Mal das seit 1950 existierende Kindercamp „SPATZEN“ der Partnerstadt Lichtentanne aus Sachsen in Altefähr auf Rügen besuchte. Und man hielt Wort; in diesem Jahr war es endlich wieder soweit. Bereits eine Woche vor Beginn der sächsischen Sommerferien konnten die Babenhäuser ins „Spatzen-Camp“ einziehen, bevor sie durch die erste Belegung der Gemeinde Lichtentanne am darauffolgenden Samstag abgelöst wurden und in die Uckermark umzogen. Aber dazu später mehr.

In den einfachen Blockhütten, mit Vogelnamen, wie Kuckuck, Drossel, Schwalbe oder Storch, richteten es sich die Kinder und Jugendlichen für die anstehenden acht Freizeittage bis zum Belegungswechsel gemütlich ein. Auf dem Gelände selbst konnte man ein Trampolin nutzen, Tischkicker und Tischtennis spielen – und sogar kegeln. Ein Sportplatz hinter dem Camp bot zudem viel Platz für weitere sportliche Aktivitäten. Gegessen wurde in der Regel im Freien; ein überdachter Bereich mit Bastelraum bot ab und an Schutz vor Regen.

Zum Strand von Altefähr mit Beachvolleyballfeld und Eiscafé waren es gerade mal fünf Minuten zu Fuß, ebenso zum Hafen, von wo aus mit der Fähre nach Stralsund übergesetzt werden konnte.

Den ersten Tag verbrachte die Babenhäuser Jugendgruppe nach einem ausgiebigen Frühstück entspannt am Strand von Altefähr – auch, um die strapaziöse Anreise mit über 11 Stunden Fahrt bei hochsommerlichen Temperaturen aus den Knochen zu schütteln.

Bekannt ist Rügen natürlich auch für seine unzähligen Strände und die weißen Kreidefelsen. Letztere, auch das Wahrzeichen der Insel, konnten die Teilnehmer dann auf der Halbinsel Jasmund im Osten Rügens am Montag besichtigen. Der „Skywalk Königsstuhl“ führte die Gruppe 122 Meter über der Ostsee „schwebend“ entlang des Kreidekliffs mit Blick auf den Königsstuhl. Das Bauwerk ist nicht nur wegen seiner Länge von 185 Metern und des imposanten Ausblicks auf den Königsstuhl beeindruckend, sondern auch wegen seiner Baukosten von 11 Mio. Euro.

In Stralsund besuchte die Gruppe nach einem kurzen Stadtrundgang tags darauf das OZEANEUM. Das Meeresmuseum zeigt Lebensräume aus allen Weltmeeren mit ihrer typischen Flora und Fauna sowie ausgewählte Küstenökosysteme. Auf 8.700m² Ausstellungsfläche präsentieren hier unzäh

lige Aquarien verschiedene Wasser- und Lebenswelten aus Ostsee, Nordsee und Nordatlantik. Das größte Aquarium fasst 2,6 Millionen Liter Wasser. Pinguine auf dem Dach, Dorsch, Scholle und Seeteufel, Korallenriffe, Haie und lebensgroße Walmodelle in einer 20m hohen Halle inkl. einer beeindruckenden Multimediashow – bei diesem Ausflug standen Erleben und Lernen gleichermaßen auf dem Programm. Flankiert wurde der lehrreiche Ausflug noch durch eine spannende Foto-Challenge mit dem Titel „Ich und der Fisch“. Das kreativste Bild und der beste Schnappschuss mit Fisch, Seestern, Qualle und Co. wurden später prämiert.

Mittwochs stand ein Ausflug zum Kap Arkona auf dem Programm. Das Kap Arkona ist eine über 40 Meter hohe Steilküste hoch im Norden Rügens mit Leuchttürmen, historischen Stätten und beeindruckenden Aussichten über die Ostsee. Vom kleinen Fischerort Vitt aus erkundeten die „Spatzen“ die Steilküste zu Fuß, badeten und suchten nach „Hühnergöttern“, bevor es über die sogenannte „Veilchentreppe“ steil hoch zum Kap ging. Ein heftiger Regenguss am Nachmittag beendete den Tagesausflug.

Unvergessen wird sich

erlich auch der Besuch der „Störtebeker-Festspiele“ auf der Naturbühne in Ralswiek bleiben. 150 Schauspieler, 30 Pferde und 4 Schiffe beeindruckten in einem actionreichen Theaterstück um den legendären Seeräuber Klaus Störtebeker auf einer der schönsten Freilichtbühnen Europas. Den Abschluss des Abends krönte ein imposantes Feuerwerk über dem „Großen Jasmunder Bodden“.

Ein letzter Ausflug auf Rügen führte ins Seebad Sellin. Sellin zählt neben Binz und Göhren zu den bedeutendsten Badeorten auf Rügen. Beeindruckend ist hier die Seebrücke Sellin – mit 394 Metern die längste Seebrücke auf Rügen.

Samstags folgte dann der „Umzug“ in die Mecklenburgische Seenplatte. Nach knapp 2 Stunden Fahrtzeit hatte man in der Uckermark den Zielort Thomsdorf erreicht. Hier bezog die Truppe eine zum Ferienhaus umgebaute Scheune in der idyllisch gelegenen Ferienhausanlage „Sommerland“. Es folgten unbeschwerte Tage mit einer Kanutour, Minigolf, Fahrten auf der Sommerrodelbahn, beim gemeinsamen kochen und einkaufen, mit Fußball – live im TV und auf der Wiese, beim Tischtennis und vor allem bei der „Uckermark-Olympiade“, bei der sich drei Teams über drei Tage lang nicht um den Weltpokal duellierten, aber doch um eine mit Schokolade und Gummibärchen gefüllte ähnlich große Trophäe.

Alle waren sich einig, auch wenn am Ende der Freizeit das Wetter doch sehr durchwachsen war, „Spatzen-Camp, wir kommen irgendwann wieder!“ Ein

ige Teilnehmer freuten sich beim Abschiednehmen bereits auf die nächste Fahrt in einem Jahr; auf einen neuen Ort zum Entdecken, neue Freunde und alte Gesichter und die tolle Gemeinschaft der Freizeitgruppe.

Dominik Stadler

Bürgermeister